
km 1251: So sieht es aus wenn ich auf meinen Zelt schau. Leider muss ich auf Grund des einsetzenden Regens mein Essen mal wieder im Zelt zu mir nehmen. Aber sonst war es den ganzen Tag trocken und sogar meine gewaschenen Klamotten von gestern Abend waren fast ganz trocken heute morgen. Irgendwie fällt mir das Aufstehen am Morgen ziemlich schwer. So ab etwa 6 Uhr bin ich wach, hab aber nicht das Gefühl ausgeschlafen zu sein. Also bleib ich liegen und wälze mich von einer Seite auf die Andere. Es war so halb neun als ich dann endlich raus bin. Frühstücken, Bad und packen. Dabei kam ich mit einer Deutschen ins Gespräch, die in der selben Ecke geboren wurde wie ich. Nach reichlich Schwatzerei ging es halb elf endlich los. Nach gerade mal 13 km wollte ich eine Fähre nehmen, wußte aber nicht die Abfahrtszeiten. Da sie nur 4mal am Tag fährt hätte es schief gehen können. Aber für 12 Uhr war sie angekündigt und mit 30 min Verspätung kam sie. Es war eine wunderbare Überfahrt von Helgeroa nach Langsund. Vorbei an dutzenden Schären verschiedener Größe, viele bewohnt. Die Häuser fast immer direkt am Wasser, mit Liegestuhl auf dem Bootssteg. Paradisisch! Eine gute Stunde dauerte die Tour über den Langsundfjorden. Von dort ging es gut 45 km nach Kragerø. Gerade gab es heute nicht. Immer auf und ab. Ständig. Es war schon ganz schön anstrengend und auf den wenigen Tageskilometern heute legte ich über 1000 Höhenmeter zurück. In Kragerø hatte ich mich auf eine Pause gefreut, doch daraus wurde nix. Keine 10 min nach Ankunft legte die zweite Fähre des Tages ab. Dabei traf ich auf ein Radpärchen aus den Niederlanden. Beide um die 40 waren auch gut bepackt und erzählten mir, das Fähre Nummero 3 heute nicht fährt. Nur in der Woche. Einmal morgens (8.45), einmal abends. Ich werde also die frühe Fähre morgen nehmen. Dann erzählten sie noch von einem Reithof auf halber Strecke, wo man Zelten könnte. Gemeinsam ging es dann hier her, einem wunderbaren Stückchen Erde.

km: 1170 Kaum hängt die Wäsche auf der Leine, Dauerregen. Logisch! Dauerregen, also wo bin ich? Norwegen. Logisch! Viele Kilometer auf dem Rad waren es heute nicht, aber der Sprung groß. Am morgen noch in Schweden aufgewacht, ging um 10 die Fähre. Es war wenig los, die Reisenden an Board eher noch verschlafen aber das Wetter schön. Die Sonne wärmte ein wenig und so blieb ich waren der 2,5 stündigen Überfahrt auf dem Sonnendeck. Aufgeregt war ich schon ein wenig, es lag eine Stimmung der irgendwo ankommen in der Luft. Und so war es dann auch. Angekommen, ja vom Gefühl her gar schon am Ziel, so fühlte ich mich als ich das Schiff verließ. Kurz die Bibliothek aufgesucht und gleich mit einem Norweger davor gesprochen. Ich verstand alles und es auch und hing noch das obligatorische “Du sprichst gut norwegisch” an. Danach raus aus der Stadt und ab in Richtung Westen. Nur ein paar km bis Larvik, wo ich den Wochenendeinkauf erledigte. Dann noch ein paar km an der Küste entlang und den ersten Zeltplatz genommen. Ist zwar nicht ganz billig, aber egal. Wollte nicht so weit fahren. Die Gründe dafür sind Wäsche waschen gewesen und, dass ich mich an etwa an die Etappen der Radreiseführers halten will. Und so gibt es dann morgen vielleicht eine Etappe von etwa 80 km. Achja, heute bin ich auf einen Radwanderweg hier gestoßen. Die N1. Dieser führt bis Kristiansand. Heute war es sehr gut geschildert und führte identisch mit meiner Strecke.

km 1121: Strömstad, Campingplatz. Meine letzte Nacht in Schweden. Morgen nehm ich die Fähre nach Sanderfjord, Norwegen. Den Trip nach Oslo hab ich gestrichen. Noch 2 Tage würde ich nordwärts brauchen und dann auch wieder zurück plus Aufenthalt. Das schaffe ich gerade nicht, muss mich ja noch um ne Wohnung kümmern. Werde wohl wenn alles klappt dann noch eine Woche unterwegs sein. Die beiden letzten Tage auf dem Rad waren super, die Pause war deutlich spürbar. Gestern bin ich pünktlich mit einsetzen des Regens in Göteborg gestartet. Im großen Gewitter, was auch mich irgendwann einholte hab ich mich statt unter zu stellen, verfahren. Sehr schön! Aber der Weg war dann auch bald wieder gefunden und ich trieb leicht und fröhlich nordwärts. Es war wunderbar, vielleicht auch weil ich am Abend zuvor kein Ziel gestalt hatte. Am Ende kam ich in Uddevalla raus. Den verzeichneten Zeltplatz gab es nicht und da es mal wieder wie aus Kannen goß, nahm ich das Vandrehjem. Sehr schön direkt am See gelegen und sogar günstiger als das bisherige Zelten. Das Preissystem ist schon komisch. Beim Zelten bezahlt man für ein festes Arial, egal wieviel Leute und Zelte da drauf sind. Für eine Person kommt das dann ganz schön teuer und das Vandrehjem ist dann schnell günstiger, weil ich da nur für mein Bett bezahlte. Außer dann wieder heute. Da kostet für Radfahrer doch weniger. Den gestrigen Abend hab ich dann mit einem Rad-pärchen aus Leipzig verbracht. Es war sehr schön und den beiden hab ich dann meinen Südschweden Radführer geliehen, Abgabe in der alten WG. Heute lief es dann auch super, nur der Start war schwierig. Den richtigen Weg raus aus der Stadt ist manchmal schwer zu finden. Wolken und Sonne wechselten, die Temperatur war optimal und nur der Weg weiter als gedacht. Immer wieder Gewitter, aber nicht über mir. Echt ein Glück, die Straßen oft naß, aber wenn ich kann war es schon vorbei. Aber auch wenn es schon halb acht war, bin hier gut angekommen und werd jetzt meine Nudeln verschlingen :) Ach ja, heute ging es oft bergauf und auch bergab. Das mit einem neuen Tourrekord: glatte 60 km/h Spitzengeschwindigkeit :) :) :)
Mal wieder etwas spät am Tag, aber jetzt ist alles wieder in die Taschen verstaut und es kann los gehen. Tiefgarage, Fahrrad bepacken, nochmal kurz am Stadion vorbei und dann raus aus Göteborg. Mal sehen wie weit ich heute noch komme. Zeit hatte ich zwar, aber wo ich heute als Tagesziel hab, ist nicht bestimmt. Aber auch mal schön.
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Happy Birthday meine Sonne. Gesundheit, nette Menschen um Dich, Freunde auf die Du dich verlassen kannst und immer ein Lächeln im Gesicht (das hast du ja auch), wünsch ich Dir. Bleib wie du bist, so lieb ich Dich!