Samstag war ich zum zweiten Mal bei der ColorLineTour dabei. Die Tour führt von Kristiansand nach Hovden. 213 km mit etwa insgesamt ca. 1700 Höhenmetern standen vor uns und sollten eine spannede Herausforderung werden. Wie schon im letzten Jahr ist die ColorLineTour für uns ein Testritt für die Styrkeprøven werden. Im Gegensatz zum letzten Jahr bin ich nun zusammen mit dem Express-Team angetreten. Ganz schön aufgeregt war ich, schliesslich wusste ich nicht wie ich in so einer Rennsituation mit dem Express-Team mithalten kann. Kann ich überhaupt? Wie läufts in den Anstiegen? Kann ich dran bleiben? Und wenn wir Tempo fahren. Kann ich mitfahren? Kann ich ebenso Tempo machen oder bin ich nur mit? Klar gabs schon einige Treningstouren. Doch Treningstouren sind Treningstouren und Rennen sind Rennen.
Freitag gings um kurz nach 17 Uhr in Sandnes mit dem Bus los. Wir waren wohl fast 50 Leute, da wir ja auch mit 4 verschiedenen Gruppen zur ColorLineTour antraten. Die Räder waren hinten im Anhänger gestapelt und die Stimmung war prima. Mit zwei Stopps waren wir dann um 21 Uhr in Kristiansand am Hotel. Fahrräder auspacken, im Hotel einchecken und gegen halb zehn dann eine kurze Lagebesprechung. Dabei drang durch, das ein anderes Radteam versuchen will uns zu schlagen und damit einen Zweikampf ausgerufen hat. Wir sind ja nicht dabei um zu Gewinnen, sondern um uns auf die Styrkeprøven vorzubereiten. Naja, es wurde etwas diskutiert und klar, wenn wir sie schlagen ist es prima. Doch der Focus blieb bei unserem Ziel. Die Leute aus Dalane, die uns den Kampf ansagten, sollten fünf Minuten vor uns starten und so waren wir eh in der besseren Positonen.
Nach der Lagebesprechung gings dann noch Essen, danach noch die Räder checken und schliesslich waren wir dann gegen halb eins endlich im Bett. Dummerweise lagen unsere Hotelzimmer zur Partymeile zugewannt so das an Schlaf nicht so richtig zu denken war. Vielleicht waren 3 oder sogar 4 Stunden Schlaf. Mehr wars nicht da um 5:30 schon wieder der Wecker klingelt. 6 Uhr Frühstück, Sachen Packen, Aufwärmen und um 7:20 sollte Start sein. Martijn (ein Niederländer) und ich waren mal wieder in allerletzter Sekunde am Start. Wir sind rangefahren und schon gings los mit dem ExpressTeam.
Und dann gabs nur noch eins: Vollgas. Bei genialem Wetter (viel viel Sonne) gings die ersten beiden Anstiege rauf. Ich merkte sofort, heute läufts gut. Ich konnte problemlos mithalten. Da auf den ersten 20 km zwei grosse Anstiege auf dem Plan standen, wurde die Gruppe geteilt sodass nur 15 Leute vorne Tempo machten. Ich lag also erstmal hinten und hatte noch ca. 40 Minuten extra zum Aufwärmen. Nach dem zweiten Berg reihten wir uns dann auch mit ein und machten vorn mit Tempo. Es war wirklich wirklich genial und ich muss sagen, meine Beine funktionierten bestenes. So gings mit Geschwindigkeiten auf “gerader” Strecke von ca. 45 km/h vorwärts, in den Anstiegen natürlich langsamer und die Abfahrten rauschten wir mit bis zu 70 km runter. Leider kriegt man in so einem Rennen recht wenig von der Natur mir. Die Geschwindigkeiten sind einfach zu hoch, die Abstände zum Vordermann manchmal nur ein paar wenige Zentimeter und ein Fahrfehler ist da dann nicht mehr so lustig und ne Kleinigkeit.
Es gab einen einzigen kurzen Stopp zum Flaschentausch, der uns ca. 25 Sekunden kostete. Ansonsten wurde gefahren, gefahren, gefahren. Gegessen wurde auf dem Rad – dafür hatte sich jeder genug Reserven in die Rückentaschen gesteckt. Auf den gut 200 km braucht man auch nicht soo viel, viel wichtiger ist Flüssigkeit. Bei mir waren es am Ende 3 Bananen, 2 Energiriegel und eine kleine Scheibe Brot. Dazu noch ca. 2,5 Liter Flüssigkeit, was aber schon eher die Untergrenze ist.
Das Tempo war hart und so gingen immer wieder einzelne Fahrer aus dem Tempogruppe und legten sich nach hinten um sich auszuruhen. Am Ende machten teilweise von den 25 Leuten in unserem Team nur 7 oder 8 Leute Tempo. Der Rest war schon zu fertig oder abgehangen, wie sich später herausstellte. Ich selbst war in ziemlich guter Form und konnte von den 213 km etwa 180 km Tempo vorn mitmachen. Quasi die ersten 20 km fehlten und am Ende war auch ich dann so ziemlich leer und drei, vier Leute hatten noch soviel Energie am Ende, das sie unglaublich das Tempo anzogen und ich nur noch mitfahren konnte.
Das Tempo war so hoch, das wir nach 100 km die “Konkurrenten” vom Dalane Sk schon eingefahren hatten und wir damit schon 5 Minuten vor ihnen lagen. Das ganze bauten wir noch weiter aus und selber der Versuch, nur die 10 stärksten Fahrer von Dalane loszuschicken um uns wieder einzufahren gelang nicht. Am ende waren es dann ca. 8 oder 9 Minuten Vorsprung für uns und ich muss sagen, die Jungs waren schon tüchtig geknickt.
Aber sei es drum. Ich glaub es gab nur 2 oder 3 Fahrer bei uns im Team die so lange Tempo gemacht haben. Und von den 25 Leuten bei uns am Start, kammen zusammen nur max. 50 % an. Der Rest machte schlapp oder hatte Pech mit Pannen. Die kamen dann Einzeln jede für sich allein ins Ziel, was auch nicht leicht ist. Unsere Gruppe kam mit einer super Zeit von 5:32 h ins Ziel. Damit waren wir nicht die Gewinner – es gab noch eine Elitepulje die aus (Halb)profis besteht, aber wir waren die ersten im Ziel was schon cool war. Der Gewinner aus der Elitepulje (die starteten glaube ich um 8 Uhr) Gewann mit einem neuen Rekord von 5:23 h.
Na dann herzlichen Glückwunsch! Kann es sein, dass Du in diesem Jahr 2 Stunden schneller warst als 2007?
Na, besser hätte es ja nicht laufen können *thumbsup*
Hut ab vor dieser “Trainingsfahrt”!
@Die Drei vom Lande: nicht ganz 2 volle Stunden, aber fast. Letztes Jahr war es 7:11 h und dieses Jahr – ich hab eben das Ergebnis online gefunden – war es 5: 31. Cool, was?
@Thorsten: Ja, besser konnte es wirklich nicht laufen :)
Lebt ihr eigentlich noch oder ist das Training für die große Tour am Wochenende so anstrengend?
Selbst ich bin schon aufgeregt. Liebe Grüße an euch beide.