Einer der ersten Blogs die ich regelmäßig aufsuchte war spreeblick.com. Themen und Meinungen gefielen mir und waren meiner eigenen Einstellung recht nah was vielleicht auch der Grund war, bald nicht mehr vorbei zu schauen.
Doch nun gab es ein Relaunch und sowas ist immer ein Grund mal wieder vorbei zu schauen. Neugierde steckt uns ja allen in den Gliedern. Gut ein viertel Stunde hab ich mich jetzt durchgeklickt. Ich sehe einige spannende Features, doch insgesamt halt ich den Auftritt für nicht gelungen.
Nicht nur schlechtes kann ich sagen, auch Gutes. Sehr gutes sogar über den Brottext, also den Haupttext der einzelnen Artikel. Endlich ein Design was zum Lesen auffordert. Endlich wird mir mal vermittelt: ich bin ein Text und zum Lesen da. Bitte, ließ mich! Ja! So soll es sein. Es gibt zwar in den Kommentaren auf Spreeblick zum Relaunche einige Meinung in Richtung “zu groß”. Aber es sind wahrscheinlich die Deppen die meinen, so moderne und reduzierte Webseiten zu gestalten, nur weil ihre Textgrößen bis zur Unlesbarkeit reduziert ist. Da habt ihr was falsch verstanden und in dem Punkt liebes Spreeblickteam, lasst euch nicht unterkriegen.
Schriftgröße ach ja. In den Haupttexten noch in ansehnlicher Größe gehts dann doch in den restlichen Bereichen schnell bergab. Schriftgrößen haben auch was mit Gliederrung zu tun. Nach dem Brottext kommen für mich die Kommentare in der Wertigkeit. Diese sind jedoch kleiner Gehalten als die Sachen rechts neben dem Text (wie Trackbacks und Frischer Spreeblick). Zwei Dinge bekomme ich damit signalisiert: Trackbacks sind wichtiger als Kommentare und Kommentare kann man lesen, braucht man nicht. Der Font ist einfach zu klein, die schwachen Buchstaben werden vom strahlenden weiß förmlich überstrahlt. Bei einem – und hier können wir mal vom Print lernen – ins gelblich gehende Hintergrund wäre eine solche Schriftgröße vielleicht noch möglich. Doch bei weiß – nein!
Das Ganze wird dann im übrigen noch gesteigert: im Footer. Dort erwartet mich, den Leser, eine Auflistung von Überschriften vor der ich sitz und nicht weiß was ich tun soll. Versuchen zu lesen? Ich bekomme keine Lust darauf mich angestrengt duch die Pixelsoße zu quälen und scrolle weg. Bitte was soll das? Kommuniziert “ich bin ein Text der nicht gelesen werden soll” und schreibt ihn trotzdem? Solche nichtsnutzigen Footer sind ein neuer Trend der sich nicht durchsetzen wird. Hoffe ich.
Ein neuer Trend in der WordPresser-Szene kann jedoch die genial “ich antworte auf andere Kommentare” – Funktion werden. Das müßt ihr euch anschauen! Wirklich genial. Ich weiß nicht ob die Spreeblicker dies selber entwickelt haben oder schon in den WordPressWelten als Plugin lebt. Wenn es dies noch nicht als Plugin gibt, macht eins draus und ihr werdet damit berühmt!
Die zweite große Featurerevolution sind die Eselsohren. Ich saß davor und klickte drauf. Und jetzt? Ich klickte wieder und wieder und plötzlich verstand ich es: es entsteht eine Liste von bloginterner Lesezeichen. In meinen Augen eine nette Kleinigkeit und ich hoffe ihr habt darin nicht allzuviel investiert. Die Zielgruppe für diese Funktion ist denkbar klein und besteht aus Leuten die immer auf dem selben Rechner im Netz surfen und noch keine vernünftige Bookmarkverwaltung haben. Für diese mag es wirklich nützlich sein, sofern man auch verstanden hat es zu nutzen.
Spreeblick ist ab sofort Unterteilt in die vier Bereiche Pop, Politik, Produkte und Position. Nicht schlecht und ich klickte rum. Irgendetwas geschah doch ich wuße nicht was. Ich klickte wieder und wieder. Ach, jede Kategorie ist durch eine andere Farbe gekennzeichnet. Beim wechseln der Kategorie wechselt auch die Farbe im Header. Schön gedacht nur inkonsequent umgesetzt. Sobald ich etwas scroll ist der Farbe – Kategorie Zusammenhang wech und nicht sichtbar. Der Ansatz ist wirklich gut, nur setzt es konsequenter um! Warum nur so leidenschaftslos?
Das Thema Farben ist auch ein Gutes Thema. Farben haben eine oft unterschätze Ausstrahlung und entscheiden in Hohem Maße über das Wohlbefinden. Ich fühle mich nicht wohl auf Spreeblick. Insgesamt zu schwer, zu dunkel, zu grau. Der Anker als Signet und dazu die graue Farbe – auf mich wirkt dies starr und schwer, nicht leicht und anregend mich umzuschauen und zu lesen. Dazu der große schwarze Header auf der Startseite. Boah. Das muss ich erstmal verkraften.
Ich könnte mich jetzt noch über einen nicht validierbaren Quellcode auslassen, aber lassen wir das. Oder darüber das ich ein fettes Archiv bekommen wenn ich auf Pop oder einen anderen der vier Bereiche klick. Ich weiß selbst zu gut, das man vorher soviel testen kann wie man möchte. Erst unter Livebedingungen merkt man was wirklich Probleme bereitet und sieht die Fehler. Mir gefallen ein paar Dinge wirklich gut, die Startseite mit einem schönen großen Foto (hier kann man wieder von den Tagezeitungen lernen), die Kommentarfeatures und sogar mit den Eselsohrne könnte ich mich anfreunden. Aber trotzdem, das Design erzeugt für mich keine angenehme, einladende Atmosphäre. Ich sehe Elemente wie den Footer die mich eher zum Kopfschütteln bewegen. Aber warten wir ab, die Chance zum Weitermachen ist noch da.


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Ich bin Webdesigner und wohn zusammen mit meiner besseren Hälfte
Mir ging es ähnlich, als ich las, daß es bei Spreeblick einen Relauch gegeben hatte. Ich kam mal wieder vorbei und guckte, was es Neues gibt…
Für mich steht Benutzerfreundlichkeit immer an oberster Stelle und es dauerte nicht lange bis ich STR + betätigte, um die Schriftgröße zu ändern – da war ich bereits im Footer angelangt. Das vorher überflogene fand ich angenehm übersichtlich. Nachdem ich mir die Kommentare zu einem Beitrag anschauen wollte, war ich durch die Reklame nach dem Beitragstext allerdings sehr genervt und verließ die Seite. Diese Reklame fiel übrigens beim ersten Überfliegen der Seite schon dumm auf:
“…Habt schöne und entspannte Feiertage – Frohe Weihnachten!”
darunter
“Kerneinheit einer terroristischen Vereinigung”, wohl eine Antwortmöglichkeit in irgendeinem Quiz, der niemanden interessiert.
Über Monetarisierung kann man geteilter Meinung sein, aber hey Leute, auf gar keinen Fall an dieser Position.
…mein Eindruck von etwa 4 Minuten, länger war ich nicht dort.