Ich mach es kurz da das Bett ruft. Ich bin ganz schön geschafft. Und da lag nicht nur an dem lecker Essen zu dem mich Anja heute eingeladen hat. Einladen? Gibt es einen Grund? Ja, wir haben heute unser 100jähriges 1jähriges. Ganz schön viel passiert und ich erinnere mich noch gut an den Abend im Buschfunk vor einem Jahr, an dem Anja mehre Telefonnummern zugesteckt bekam. Jaja, aber am Ende hab ich sie doch abgekriegt :-) So gab es heute chinesisches Essen und der angedachte Kinoabend wurde aufs Sofa verschoben auf Grund mangelnder guter Angebote. Dann gab es halt ne schlechte DVD zu Hause, kostet wenigstens nix. Außerdem gab es noch ein geiles Geschenkt, doch dazu morgen mehr – inklusive Foto.
Heute gab es dann das erste richtige Radrennen in meinem Leben! Brynesprinten war angesagt, 55 km mit guten 450 Höhenmetern. Ich fühlte mich ganz gut, hatte die Strecke diese Woche noch zweimal zum Training genutzt. Am Dienstag gab es einen offiziellen Trainingslauf und ich absolvierte es in etwa 1:45. Das war dann heute auch mein Ziel.
Heute morgen beim Aufstehen: REGEN, REGEN, REGEN und STURM, STURM, STURM. So ziemlich die beschissenste Kombination was möglich ist. Meine Motiviation war in Richtung null. Aber ich war angemeldet. Auf Grund des Wetters brachte mich Anja mit dem Auto die 5 km zu Startort. Dort traf ich einige Leute aus dem Team Jæren sowie Morten und Guro. Startnummer abholen und dann versucht mich warm zu fahren. Ging schlecht bei dem Temperaturen und dann war ich auch recht spät dran. Ok, auf zur Startaufstellung. Hatte mich ziemlich gut plaziert, stand ziemlich weit vorn. Irgendwie ein bissl überraschend für mich gab es dann den Startschuss. Los gings!
Im Regen und mit dem Sturm mit vielen unerfahrenen Bikern ist keine ungefährliche Sache. Links, rechts ab und an blieb mal einer liegen und dann passierte es: ein kleiner Massensturz kurz vor mir. Ich hielt mich strategisch ganz links (der Wind kam von rechts) und das wurde mir zu Verhängniss. Die Leute versuchten an der Stelle rechts und links vorbeizukommen. Ich, schon ganz außen wurde weiter nach außen abgedrängt und plötzlich landete auch ich im Straßengraben. Das ganze war zwar schon fast Schrittgeschwindigkeit und damit ohne irgendwelche Schäden. Zwei Sachen waren nur ziemlich doof: Ich lag im Wasser (ja, und damit war ich gute 10 km nach dem Start schon völlig durch) und ich verpasste den Anschluß an “meine” Gruppe.
Am nun folgenden Berg hatte ich mir zwar noch eine Chance ausgrechnet wieder aufzufahren (am Dienstag bin ich da ganz gut vorran gekommen), aber das war heute nicht möglich. Der Sturm war wirklich heftig und wie sollt es sein, am Berg auch noch von vorn. Ich war so ziemlich chancenlos nochmal aufzuschließen, da war die Gruppe einfach zu stark. Ich entschied mich ein wenig rumzubummeln und auf die nächste Gruppe von hinten zu warten, die dann auch irgendwann kam. Der Schloß ich mich an und so ging es gemeinsam vorran. Es war irre und am Ende hab ich nen rießen Respekt vor den Leuten die quasi ohne Gruppe ins Ziel kamen und lange allein fuhren, auch wenn die sicherlich ganz weit hinten liegen. Aber sie haben die ganze Strecke mit dem Wind gekämpft (und ich glaub, der kam heute IMMER VON VORN), während eine Gruppe die Gelgenheit zum ausruhen gibt.
Ok, zurück. Also ging es ab mit der Gruppe und wir holten noch so einige Leute ein. In Zielnähe ging dann das taktieren los und es hat sogar Spaß gemacht. Wer zieht auf dem letzten Kilometer an? Versucht jemand davon zu sprinten oder einfach nur das Tempo anzuziehen. Einige probierten es immer wieder und ich blieb dabei. Ich war mir sooo unsicher, welche Reserven die anderen noch haben. Ich fühlte mich noch frisch, doch wie steht es im Vergleich zu den anderen? Wer hat noch welche Kräfte und wer kann noch anziehen. Die Gruppe von ursprünglich vielleicht 25 Leuten schrumpfte über die Strecke und nun waren wir vielleicht noch 8 Leute. Dann zog ich, versuchte einfach etwas Tempo zu machen und merkt als ich mich umsah, es zieht keiner so richtig mit Ein oder zwei versuchten es im Windschatten. Ich zog auf die andere Seite, versuchte den Windschatten zu nehmen und trat was ich konnte. Und plötzlich ging es ab. Es war irre geil welche Kräfte ich noch hatte und konnte auf den letzten Metern noch 8 Sekunden herausfahren.
Am Ende waren es 1:39:08 was etwa 33 km pro Stunde im Durchschnitt sind. Ich bin mit mir ganz zu frieden, mit dem Ergebniss auch, trotz das Platz 100 nicht schlecht klingt. Aber immerhin sind 250 Leute gestartet und ohne Gruppe war heute nix möglich. Der Abstand nach vorn ist völlig ok und nachdem der Anfang es hektisch war, hab ich nun echt lust auf ein paar mehr. Es sind viele nette Menschen dabei, einige kenn ich mitterweile und wenn man nicht gerade um den Sieg mitfährt hat man auch noch genug Zeit zum lachen. Das nächste Rennen wo ich mitmachen werd ist am 1. Mai und soll durch eine schöne Landschaft gehen. Ich freu mich jetzt schon drauf. :-)
Wer es alles genauer wissen will, hier gibt es die alle Resultate des Laufes und hier noch einige viele Bilder (Achtung – sind glaub ich 250 oder so). Ok, nun doch wieder mehr geworden. Danke fürs Lesen, schlaft gut (ich werd es auf jeden Fall) und einen guten Start in den Montag!
Alles Gute euch beiden und ganz viele glückliche Jahre.
Bei eurem Radrennen geht es ja zu wie bei der Tour de France.
Habe einen Teil der Bilder gesehen, es sind ja alle Altersgruppen und sogar Frauen dabeigewesen.Einige konnten fürs Foto schon wieder lächeln.Am Wegesrand blühen aber die Narzissen, ein wenig Frühling auch in Norwegen. Bei uns sind heute 25Grad im Schatten und der Regen fehlt total. Liebe Grüße an euch beide.