
Schon im November rief Metty eine Blogparade “Statistiktools” aus welche heute am Heiligabend ausläuft. Kurz vor zwölf meine drei Groschen zum Thema, was auch daher gut passt da ich eh schon vor hatte mal über GetClicky zu schreiben. Im September baute ich GetClicky in meinen Blog ein und kann nun etwas ausführlicher über meine Erfahrungen sprechen.
Mit wenigen Schritten meldet man sich bei GetClicky an, trägt seine Webseite an (mit einer Anmeldung kann man mehrer Webseiten verwalten) und holt sich seinen Code. Wer keinen Javascript-Code mag, kann auch ein kleines Gif-Bild einbinden. WordPress können die Code-Einbindung auch über ein Plugin erledigen. Vorteil: so können User mit ihrem Kommentar-Nickname “verfolgt” werden.

Die Auswertung der Daten ist über ebenso verschiedene Wege möglich. Einerseits natürlich über GetClicky direkt. Zusammenfassungen stehen aber auch als Widget für iGoogle zur Verfügung sowie ein paar RSS-Feeds.
Getrackt wird von GetClicky sehr umfangreich. Ein konfigurierbares Dashboard liefert die Übersicht der wichtigsten Daten wie: Wieviele Visitors waren heute da, haben im Durchschnitt wie oft geklickt und haben wieviel Zeit verbracht. Woher kamen sie wie oft und wenn es Suchmaschinen waren, was suchten sie und: was waren bisher die meist gelesenen Seiten. Je nach Auswahl kann man sich das für den heutigen Tag, gestern und vorgestern, die letzte Wochen, die letzten 2 Wochen, 4 Wochen oder nach Monaten anzeigen. Die voreingestellten Zeiträume sind sehr umfangreich (es sind noch ein paar mehr als die genannten), einen eigenen Zeitraum läßt sich jedoch nicht einstellen (z.Bsp. zwischen 12. Januar und 23. März). In der Free-Version ist die Ansicht der History begrenzt auf die letzten 30 Tage.
Bei allen Angaben in Form von Zahlen, gibt es dahinter eine plus/minus Angabe in Prozent. Damit kann ich sehen, wenn ich mir die Daten für die letzte Woche anschaue wie es Veränderungen zur Vorwoche gab. Oder wenn ich mir die Daten von heute anschaue, wie es sich gegenüber zu gestern verändert. Da nicht nur mit plus und minus, sondern auch nochmit rot und grün gearbeitet wird, eine nette Information die superschnell erfaßbar ist.
Die auf der Übersicht begrenzten Daten lassen sich natürlich umfangreicher anschauen. Welche Links zeigen alle auf meine Seite, es gibt ausführliche Listen von Suchmaschinen und Suchwörtern usw. usf. Besonders an GetClicky sind folgende Funktionen:
Besuchertracking: Der Besucherweg eines jeden Users lassen sich nachvollziehen. Wieviel Seiten hat der Besucher angeschaut, wieviele Zeit brachte er zu, woher kam er, welches Betriebssystem hatte er und aus welchem Land kommt seine IP-Adresse. Wenn man das ganze noch mit dem WordPress-Plugin verbindet, werden die IPs mit den Kommentar-Nicknames aufgelöst und es ist sichtbar, welche Seiten UserXY angeschaut hat. Interessant, wenn aber auch irgendwie erschreckend umfangreich.
Outgoing Links: Wie auch mit Google Analytics mit Hilfe eines WordPress-Plugins machbar ist, ist mit GetClicky im Bezahlmodus möglich: Outgoing Links. Wie oft wurde auf externe Links auf meiner Seite geklickt?
Downloads: Wer Downloads auf seiner Seite anbietet auch sich diese auch tracken lassen. Leider auch nur in der Bezahlversion.
Feedburner-Integration: Viele in der Bloggerszene nutzen Feedburner. Eine Übersicht der Zahlen für den Hauptfeed kann man sich ebenso innerhalb von GetClicky anzeigen lassen. Die Zahlen werden als Balkendiagramm für die letzten 9 Tage angezeigt und ein Durchschnittwert.
GetClicky empfinde ich als durchdacht. Es ist aufgeräumt, man findet sich sehr schnell zurecht und auch die Datenanzeige ist fix. Während Google Analytics eher kalt und statistisch wirkt, fühlt man sich auf GetClicky recht wohl. Doch nach all den lobenden Worten, am Ende noch zwei Kritikpunkte:
“Traue keinen Daten die du nicht selber gefälscht hast”. Und so ist es auch bei GetClicky. Der Unterschied zwischen Tools die Logfiles auwerten und dabei Suchmaschinenrobots und Spammer meist nicht herausfiltern und z.Bsp. Google Analytics ist erschreckend. “Wenn ich weinen will, schau ich in Google Analytics rein”, sagen viele Blogger. Die zahlen sind weit unter denen von vielen anderen Tools und erwecken den Eindruck, relistischer zu sein. GetClicky setzt noch eins drauf und zeigt noch geringere Werte an. Warum ist mir nicht ganz klar. Nur eins hab ich beobachtet: die Microsoft-Suchmaschine Live wird scheinbar nicht beachtet.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das Gebührenmodell. Die wichtigsten Grundfunktionen sind in der Free-Version integriert. Und das nicht alles für umsonst geht – eine Mentalistät die ich oft erschreckend erlebe – ist auch klar und ich hab schon Lust ein paar Euros für GetClicky um Zugriff auf ein paar spannende Features zu haben. So gibts u.a. einen Blogger & eine Professional Service, wobei der Blogger-Service zwar ein Bezahlpremium-service ist, jedoch nicht vollständig. Der Bezahlservice der alle GetClicky-Funktionen umfasst, wäre der Professional Service für 60 Doller pro Jahr. Klingt viel – ist es nicht wenn man betrachtet das damit 10 Webseiten getrackt werden können. Und hier steckt das Problem: Ich habe Lust auf vollen Funktionsumfang, aber nur für einen Blog. Doch dafür gibts kein brauchbares Gebührenmodell. Also entweder bezahlen und doch nicht alles haben oder bezahlen und dann aber ne Menge Lizensen rumliegen haben. Warum also nicht einfach für sagen wir mal 10 Doller ne einzelne Volllizens anbieten?
Testen kann man aber alle Funktionen erstmal für 30 Tage free und das ist toll. Nach der Anmeldung hast du vollen Premiumumfang und kannst so erstmal schauen, ob es für dich past. Nach 30 Tagen wirst du runtergestuft auf den free-Account und kannst dir überlegen, ob du upgraden willst. Insgesamt macht GeClicky einen durchdachten Eindruck und macht wirklich Lust auf den Premiumaccount, wenn da nicht das für mich ungünstige Gebührenmodell wär.
Gute Zusammenfassung und “Interessant, wenn aber auch irgendwie erschreckend umfangreich.” sehe ich genauso.
Und ja, das ist der große Nachteil von externen Tools – niemand weiß, was noch mit den gesammelten Daten geschieht und ob nicht zwischendurch einfach mal keine Daten erfasst werden, wie sieht die Konfiguration aus (s. Live). Es ist immer eine Statistik mit mehreren Unbekannten… Evtl. ist das eine Erklärung für die noch schlechteren Zahlen im Vergleich zu Analytics?
Als die ganze Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung anfing, kam ich echt ins Grübeln über die eigene Vorratsdatenspeicherung, denn schließlich ist es nichts anderes. Wir Blogbetreiber sammeln doch alle pausenlos Daten – egal ob extern oder auf dem eigenen Server. Und dann am liebsten noch ganz ganz lange, um vergleichen zu können ob es einen Besuchzuwachs zwischen Dezember 2005 und Dezember 2007 gab. Da seh ich in GetClicky noch nen längerfristiges Problem, da dort ja wirklich die IP´s bzw. KommentarNickNames längerfristig gespeichert werden.