Die Zeit rennt und es tummeln sich zunehmend angefangene Artikel in meinem Kopf. Daher jetzt – leider rückwirkend – noch einige Infos zu unserem Kurztrip nach Norge. Am Donnerstagabend hatte ich meine Zusagen erhalten, auf eine sehr schöne und nette Art und Weise. Um 19 Uhr waren wir zum Abendessen verabredet. Atle fragte mich nach sinngemäß:
Atle: Wenn du die Chance hättest hier zu arbeiten, würdest du hier arbeiten wollen?
Ich: Ähm, ja.
Atle: Dann hast du die Chance.
Am Freitag ging es dann am morgen gleich zur Polizei die entsprechenden Formulare zu holen. So richtig Ahnung hatte man nicht, man entschuldigte sich gleich erst einmal dass man nur Urlaubsvertretung macht und nach etwas Sucherei und rumtelefonieren fand man alles. Ach wie schön, alles entspannt und ohne großen Stress. Bei uns auf dem Amt will ich mir sowas garnicht vorstellen.
Danach ins Büro, meine neue Arbeitsstelle. Der Arbeitsvertrag war schon vorbereitet, kurz drüber geflogen und zack war alles unterschrieben. Ein wunderschönes Gefühl! Atle füllte auch gleich noch eins der Formulare aus und wir starteten nach Stavanger.
Stavanger, auch das Dallas von Norwegen genannt, ist eine nette schöne Stadt. Knapp über 100.000 Einwohner, ca. 25 km von Bryne entfernt und mit allem was zum Leben notwendig ist, ausgestattet. Doch wir wollten nicht die Stadt anschauen, sondern uns auf Jobsuche für Anja begeben. Erste Adresse: die dortige Universität. Danach in die City um sich ein Verzeichnis von Schulen in Stavanger und Umgebung zu suchen. Auf dieser Suche landeten wir dann bei der richtigen Ansprechpersonen für alle Gymnasien der Fylke. Alles sehr nette, offene Menschen. Ich meine, wir kamen dort hin. Anja fragte zuerst ob sie Englisch sprechen und legte dann los. Solche Szenen sollte man mal auf einer deutschen Behörde versuchen: Spricht der Pförtner Englisch. Wird man ohne Termin spontan empfangen und sich wirklich Zeit für einen genommen. Ich kann es mir nur schwer vorstellen!
Zum Thema Englisch fällt mir noch ein: Anja war einige Tage auf dem Arbeitsamt und hatte mit dem Europaservice des Arbeitsamtes einen Beratungstermin. Dort beriet man, in Norwegen spreche man nur wenig Englisch. Hä? Volle Fehlinformation!
Am Abend ging´s dann in fünfstündiger Fahrt zurück nach Kristiansand, von dort mit der Fähre nach Hirtshals und via Nachtfahrt nach Leipzig. Das war nochmal verdammt anstrengend und zwei Pausen verschafften uns zusammen zwei Stunden Autobahnschlaf. Innerhalb von vier Nächten noch zwei geschlafen aber mit nem Arbeitsvertrag in der Tasche. Schön war und über einen Punkt bin ich besonders glücklich: Anja gefällt das Land und die Menschen.