Im Rückblick des Tages schon fast vergessen: Heute morgen die Info bekommen – Abschlußprüfung bestanden. Wie immer, man hätte besser sein können. Doch bei genauer Betrachtung von Aufwand und Nutzen meiner Abschlußprüfung, dann steht das ganze doch in einem guten Verhältnis. Beschweren kann ich mich nicht und kann mich jetzt Mediengestalter für Digital- und Print/Mediendesign nennen. Interessieren tut das aber niemand, nicht einmal meinen Ausbilder.
Schließlich hab ich ja schon den Job, auf den ich mich irre freu, aber das ist ja alles schon geschrieben. Und dann kann man noch lange drüber philosphieren: was bringen Abschlüsse wirklich noch im 21. Jahrhundert? Was sagt ein Abschluss über Qualifikationen aus, über soziale Kompetenzen, darüber ob man den speziellen Job auch wirklich kann. Was sagt einen Note in Deutsch aus, mit Kunden kommunizieren zu können? Aber das wär sicherlich mal nen extra Beitrag wert.
Danach ging es heute nochmal zum Arbeitsamt. Die Leistungsabteilung wartetet noch auf ein Formular von mir. Und ehrlich, ich habe in den letzten beiden Tagen nur nette Sachbearbeiterinnen bei der Agentur für Arbeit getroffen. Erschrocken hat mich der Verwaltungsapperat, der meiner Meinung nach so ziemlich uneffektiv organisiert ist.
1.) Telefonische Arbeitssuchenmeldung. Dabei Vereinbarung eines Telefoninterviewtermins mit dem Arbeitsamt.
2.) Telefontermin mit dem Arbeitsamt: im wesentlichen die selben Daten wie bei 1 abgefragt.
3.) Einladung zum Gespräch mit meiner Arbeitsvermittlerin.
4.) Anruf von mir: ich kann zum Termin nicht. Jedoch durfte ich dies nicht mit meiner Arbeitsberaterin besprechen, nur mit einer Hotline. Dann konnte ich mit denen keinen Termin vereinbaren, sondern mir wurde wieder nur per Post einer zugeschickt.
5.) Glück gehabt, zum neuen Termin konnte ich. Das war am Donnerstag. Und ich war ein guter Kunde: hab ja schon mir selbst was gesucht.
6.) Auf zur Leistungsarbteilung. Dank meines Wegzugs und meiner guten Kundenlage bin ich sofort dran gekommen.
7.) Heute nochmal zur Leistungsabteilung: Formular nachreichen. Jetzt muss ich mich nur noch persönlich Arbeitslos melden.
8.) Dazu zum Empfang. Dort bekam ich einen Termin für eine neue Abteilung.
9.) Auf zum Warteraum. Dort war ich zu tiefst schockiert: Ein Warteraum – zwei Schilder: Links die ALG I – Empfänger hinsetzen, rechts die ALG II – Empfänger hinsetzen. Zweiklassen-Gesellschaft, Trennung, Selektion. Ich fühlte mich unglaublich unwohl. Dann der Aufruf einer neuen Sachbearbeiterin, ich zeigte meinen Ausweis, meldete mich somit persönlich Arbeitslos und das wars.
Die Menschen dort waren alle nett, die Büros unschön und ehrlich, den Job will ich nicht machen. Wirklich, das kann nicht wirklich Spaß machen, dort als SachbearbeiterIn seinen Tag zu verbringen. Die Struktur ist ätzend: mit x Leuten zu tun gehabt die manchmal nur ein Formular entgegen nehmen oder ausdrucken.
Naja, den Rest des Tages bin ich am chillen, ausruhen, schlafen, Mails schreiben und ach ja. Danke Heiko! Für alle die es nicht wissen, Heiko ist in mein Zimmer eingezogen aber gleich danach für zwei Monate in die Staaten abgehauen. Ich hab hier heute dann meine Rechner aufgebaut, halb zumindest, und sitz in meinem alten Zimmer. Es ist sehr schön eingerichtet, mit Fernseher und ich fühle mich irgendwie wie im Urlaub. Sehr nett!
Wir gratulieren dir ganz herzlich. Ich finde schon, dass ein Abschluss wichtig ist, obwohl er nicht viel über eine wirkliche Qualifikation aussagt.Manchmal muss man doch einen vorlegen.Lass dich nicht so von der Hitze ärgern. Dann bis heute Abend.