30. August 2006,

Tag 9: Warten, warten, warten.

Derzeit passiert nicht wirklich viel. Ich bin arbeiten und produzier mich dort und was den Rest meines Lebens betrifft, bin ich am Warten. Auf Anja, auf mein Gepaeck, auf die Aufenthaltsgenehmigung bzw. Arbeitgenehmigung mit der ich dann nen Personnummer bekomme und ein Konto beantragen kann. Dann kann ich naemlich auch Lohn bekommen. Warte auf Waschmaschine, Herd und Kuehlschrank sowie auf alle anderen Moebel, ne Muelltonne und was noch so alles brauchbar und wichtig ist.

Und trotzdem, mir geht es gut. Gestern hab ich von 8 Uhr bis Mitternacht gearbeitet, heute gings auch um 8 Uhr los, aber nur 12 Stunden. Da ich ja noch nix so richtig hier machen kann und es draussen mit Regen, Sturm und Temperaturen um die 15 Grad und weniger, nix so richtig draussen machen kann – zumindest ohne Wechselsachen, sag ich immer “Ja”, wenn es was zu tun gibt. Gestern laenger an nem Webprojekt zu tun gehabt und die Aufgaben der letzten Tage (Apartment-Broschuere und Hytten-Werbzettel) hab ich heute fertig gemacht. Beides geht morgen in die Druckerei. Ausserdem hab ich mein Essen deponiert und hab Internetanschluss.

Essen, ein gutes Thema. Heute wurde ich darueber aufgeklaert, dass wenn ich Ueberstunden mach und lange arbeite, so wie gestern oder heute, die Firma sich um das Essen kuemmert und bezahlt! Irre hier die Arbeitsbedingungen. Gestern, als ich mit Kollege Kevin die Websachen machte (mussten heute fuer den Kunden online sein), zog Atle (Geschaeftsfuehrer) los und kaufte Essen zum “Middag”. Middag ist hier nicht 12 Uhr, da ist Lunch, sondern irgendwann zwischen 16 und 18 Uhr. Und trotz der vielen Arbeit nahmen wir uns die Zeit zum in Ruhe Essen. Ohne Stress, ganz entspannt.

Eine andere schoene Sache ist, dass am Weg zwischen Buero und Wohnung (etwa 300 m) ein groesser Supermarkt ist. Oeffnungszeiten wochentags bis 23 Uhr und samstags bis 21 Uhr. Da kann ich jetzt zum Beispiel mal noch was einkaufen gehen, wenn der Magen knurt, eine Cola die Kehle runter will oder der gesunde Apfel gegessen werden moechte. Und dann gibt es, fast direkt neben der Wohnung ein “Ølutsalg”. Øl = Bier, utsalg = Verkauf. Mehr muss ich nicht sagen, auch wenn ich gestehen muss, noch nicht drin gewesen zu sein.

Komisch, ich bin schon ueber eine Woche hier in Bryne und ich hab ausser Arbeiten, Wohnung reinigen und Supermarkt aufsuchen noch nix gemacht. Aber vielleicht auch gut so. Dann koennen Anja und ich die Gegend und das Leben hier zusammen erkundigen und haben so ein gemeinsames Level beim Start in Bryne.