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23. October 2006,

Tag 63: Wildes Wochenende

Månafossen - der höchste Wasserfall im Rogaland. In den zurückliegenden Tagen seit Freitag ist viel passiert, so das eigentlich tägliche Blogeinträge notwendig gewesen wären. Aber wenn man zu Hause noch nicht am Tropf Internet hängt und man dafür ins Büro müßte, läßt man es eben dann doch sein. Aber fangen wir mal mit Samstag an, der Tag zu dem NICHT das Bild links passt. Leider.

Für Samstag hatten wir uns vorgenommen ein paar Shoppingknotenpunkte aufzusuchen. Als erste Station war Lidl geplant, danach ein bestimmter COOP-Markt für Anja´s Lieblingskäse, ich wollte noch zu H&M und ein Staubsauger sollte auch noch unseren Haushaltsgerätepark erweitern. Wie so oft ging es später los als gedacht. Aber es ist schließlich Wochenende und da darf man auch mal länger als bis halb acht schlafen. Ich weiß nicht mehr, vielleicht war es gegen 11 Uhr als wir los sind.

Lidl war schnell erreicht. Wie so oft kaufte man mehr ein als geplant. Den geplant war eigentlich nur Tee. Tee? Dafür fährt man 30 km? Ja. Hier gibt es in der Regel im Supermarkt nur Schwarzen Tee bzw. aromatisierten Schwarzen Tee. Nen einfachen Pfeffi gibt es nicht, außer aber Lidl. Ok, die Arme waren ganz schön lang als wir am Auto ankamen und die ersten Pfefferkuchen hingen uns auch schon aus den Mundwinkeln.

Auf ins “Kvadrat”, einem großen Shoppingcenter was von weitern solchen umgeben ist. So hielten wir gleich am Weg noch beim ICA, einem Lebensmittelladen. Dort waren Muscheln angeblich im Angebot, sagte uns unser Hirn. Und für den Abend war ja genau das geplant! Also halten, rein und: nix. Keine Muscheln. Also weiter. Dann denkt man sich, an einem Elektromarkt anhalten wegen Staubsauger. Doch dann findet man den und den und den Elektromarkt. Wir beschränkten uns auf einen, der jedoch eher einem Bestellshop ähnelte und wir darauf keinen Bock hatten. Also ab ins Kvadrat rein. Gleich vor unserer Nase ein weiterer Elektroladen. Rein, diesmal alles irgendwie zu teuer. Mh, weiter.

Auf zu COOP wegen dem Käse. Auf dem Weg dahin noch vergeblich was zu Essen gesucht. Nicht dass es nichts gäbe. Die Pausenversorgungsketten überschlugen sich. Jedoch nicht mit einem reichhaltigen vegetarischen Angebot. Leider. So blieb ich hungrig während sich Anja genüßlich ne Hühnchenkeule reinschob. Rein zu Coop, Käse gefunden – eines der Gründe das Kvadrat anzusteuern – und mit nicht viel mehr raus. Zwar hatten wir auf unserer Einkaufsliste noch mehr stehen, merkten aber das es total Quatsch ist mit tausenden Lebensmitteln durch ne Shoppingmal zu laufen. Es war klar, noch ein Supermarkt musste angesteuert werden. Ach ja, fast hätte ich es vergessen. H&M wurde auch noch aufgesucht und schnell gefunden was gesucht war.

Ok, raus zum Auto. Raus geht es an vielen Ecken, doch nie war es der Parktplatz wo wir standen. Irgendwie schafften wir es immer die falsche Etagge oder die falsche Seite zu erwischen. Verdammt, wir waren leicht genervt. Tausend Leute die fröhlich ihrem Konsum nachgingen und wir mittendrin, mit ein paar Unterhosen, Käse und ner Hühnchenkeule im Gepäck. Nach etwa 15 Minuten und dem rettenden Blick auf nen Wegweiser schafften wir es zum Auto. Wir waren echt geschafft!

Der Tee, die Unterhosen und der Käse waren gekauft. Fehlte noch der Staubsauger, die Muscheln und einige sonstige Lebensmitteln. Weiter in Richtung Bryne und bei Elgkjøp angehalten. Die Entscheidung fiel auf Grundlage der Ziffernanzahl im Preis. Schnell war ein günstiges Gerät ausgesucht. Nur noch soviel dazu: der Staubsauger hat nur 50 Euro gekostet und saugt. Ich bin froh heute beim Aufräumen noch die passenden Ohrstöpsel gefunden zu haben. Es ist einen Höllenmaschine! Laut. Unglaublich! Ich dachte immer es gibt Geräuschpegelgrenzen im Haushalt. Wenn ja, liegt die verdammt hoch und wenn nicht, muss sowas dringend eingeführt werden!

Nun gesellt sich der Staubsauger noch zu uns. Weiter zu unerem Lieblingssupermark in Bryne, Coop. Dort entdeckten wir dann, ja richtig geraten, unseren Käse der uns ins Kvadrat führte. Vorherige Vor-Ort-Recherchen in Bryne fielen negativ aus. Naja, Pech gehabt. Den Rest eingekauft den wir brauchten, bis auf die Muscheln. Da gab es keine schönen mehr. Und: es war bereits nach 16 Uhr und wir stellten fest: in Norwegen gibt es Wein nicht im Supermarkt, sondern ausschließlich im Vinmonopol. Nirgendwo anders. Und ja, richtig, der Laden macht um 16 Uhr zu. Ok, also hatten wir nur ein paar Muscheln aus dem Kvadrat (genau, da haben wir in einem anderen Supermarkt doch welche bekommen – ich vergesse schon die halbe Tour!), aber nicht ausreichend viele und für die Weisweinsoße keinen Weiswein.

In Bryne gibt es dann noch drei weitere Supermärkte (ICA, KIWI und SPAR), die wir alle drei ansteuerten. Am Ende hatten wir noch ein paar Muscheln! Juhu! Zu Hause schwenkten wir dann auf eine Senfsauce um wobei wir merkten, der Senf geht zur neige. Bock nochmal los zu machen, hatte keiner!

Für den Überblick hier nochmal die Tour vom Samstag:

  1. Lidl (Tee)
  2. ICA
  3. Elektromarkt 1
  4. Elektromarkt 2
  5. H&M (Unterhosen, was sonst)
  6. COOP (Käse)
  7. noch ein Lebensmittelsupermarkt wo wir ein paar Muscheln bekamen
  8. Elgkjøp (Staubsauger)
  9. Coop (restlichen Lebensmittel)
  10. ICA
  11. SPAR
  12. Kiwi

Am Ende waren wir ziemlich fertig und haben uns geärgert, dass wir uns einen schönen Tag – das Wetter war recht gut – mit durch die Welt fahren wegen sinnloser Sachen vergeuteten. Dafür war dann das Abendessen – Muscheln mit Bratkartoffeln und Senfsosse – eine gute Entschädigung. Ach ja, noch was: Die ganze Zeit dachte ich schon, das Ding sollte nicht Kvadrat sondern Labyrinth genannt werden! Als wir dann in einem der letzten Supermärkte waren gab´s ne Tageszeitung geschenkt. Überschrift auf Seite 1: Kvadrat könnte doppelt so groß sein! Das Bild dazu: Der Geschäftsführer mit nem dazu passenden Model vom neuen, noch größeren Labyrinth Kvadrat.

Sonntag, wir wollten alles Besser machen als am Samstag und machten es auch. Jetzt nochmal der Wink zum Bild: wir waren am Månafossen, einem Wasserfall etwas eine Autostunde (60 km) von uns entfernt. Der Weg dahin war schon schön, da es wieder landeinwärts ging in die Berge.

Da steht ne Kuh auf dem Weg, ne fette Kuh auf dem Weg ..Kurz vor dem Ziel gab es eine wildes Gedränge auf der Fahrbahn. Einige Schafe kamen uns entgegen, ganz gemütlich und im Umgang mit Autos scheinbar routinert. Als Anja die Scheibe runterkurbelte, schaue auch gleich ein dickes Schaf neugierig ins Auto. Anja war ganz schön erschrocken, das Schaf dann auch und weg. Und dann stand da noch eine Kuh rum, die uns doof anschaute und einfach nicht zur Seite wollte. Wir fuhren langsam auf sie zu: keine Bewegung. Wir hupten: keine Bewebung. Wir warteten: keine Bewebung. Zum Glück war dann doch daneben noch soviel Platz um sich vorbeizuschleichen!

Am Ziel angekommen die Parkgebühr bezahlt (Bilder folgen: man muss einen Umschlag aus einem Kasten nehmen, auf diesen 2x Datum und Kennzeichen aufschreiben, dann zerteilen, die eine Hälfte mit der Parkgebühr in eine andere Box werfen und die andere Hälfte hinter die Windschutzscheibe legen, alles auf Vertrauensbasis). Der Weg zum Wasserfall war kurz aber echt anstregend. Ganz schön steil und die 20 Minuten bis dahin brachten uns zum Schwitzen. Da der Weg uns dann doch zu kurz war, kletterten wir noch ein wenig rum und schafften es bis rüber zum Wasserfall. Super viel Spaß hat das gemacht und ruft nach Wiederholung! Den Weg weiter geht es zu einem See und zu einer Hütte. Ein gutes Ziel für eine weitere Herbsttour.

Zurück dann ein paar Waffeln gemacht und den Abend genossen. So ist es schöner Tag am Wochenende. Ausruhen und Bewegung im Freien zu gleich. Ok, jetzt genug geschrieben. Wie schon angekündigt: Bilder von der Wandertour folgen noch und hoffe, ab Mittwoch wieder mehr Bloggen zu können. Wobei, erstmal bin ich am Freitag und Samstag mit der Firma auf Klausur …