radhelm

12. October 2006,

Tag 52: Grenzerfahrung

Ohne Radhelm ging heute nichts!Eigentlich wollte ich heute nicht nochmal ins Büro zum bloggen. Doch heute hab ich mich wieder aufs Rennrad gesetzt und bin gemeinsam mit Morten zu einem in der Nähe gelegenen Treffpunkt gefahren. Dort starteten wir dann zusammen mit etwas 15 weiteren Leuten und sowas hab ich das erste Mal erlebt! Für die Radprofis unter euch mag es vielleicht normal sein, aber ich gehöre bisher eher zu den Ausdauerbikern. Doch heute ging mit Vollgas auf die Strecke!

Schon als mich Morten abholte ahnte ich schon einiges. “Hast du einen Helm?” war seine Frage. Da ich sowas bisher nicht besitz macht er sich nochmal schnell auf den Weg nach Hause einen Helm für mich holen. Ohne Helm – keine Gruppenfahrt. Dann erklärte er mir auf den 15 Minuten Weg zum Treffpunkt was heute gefahren wird.

Grob gesagt: es fahren quasi 2 Schlagen nebeneinander. Die rechte schlange ist etwas schneller, die linke etwas langsamer. Der erste Fahrer der rechten Gruppen schwenkt, sobald er an dem ersten Fahrer der linken Gruppe vorbei ist (weil ja etwas schneller) nach links und ist erster der linken Gruppe. Dann kommt wieder ein Fahrer von rechts, ist schneller und setzt sich wieder nach links. Hinten genau umgedreht: ist der letzte Fahrer der rechten Gruppe an dem der linken Gruppe vorbei, zieht der von der linken Gruppe nach rechts. Quasi ist man dann immer mal kurz erster und letzter, fährt viel im Windschatten des anderen und muss ganz schön aufpassen dass man rechtzeitig rüberzieht. Das ganze ist auch ziemlich schnell in sich (als man ist wirklich aller paar Minuten vorn und dran und rüber und hinter) und die Gruppe insgesamt auch.

Bisher reichten mir meine 10 Gänge am Rennrad. Lediglich bei Abfahrten war es manchmal so, dass ich schneller fuhr als ich Treten konnte. Das passiert mir heute auf der Geraden, fast zumindest. Ich war am Limit, die Grenze war erreicht. Mit teilweise gut über 40 km/h schoß die Gruppe trotz Gegenwind über die Strecke. So schnell konnte ich kaum treten während alle anderen an ihren neueren Modellen noch reichlich Spielraum hatten. Die Trenningsstrecke in dieser Formation war heute etwa 70 km, wovon ich die Hälfte mitmachte. Das ganze war irre und ich merkte deutlich, wie alle gut im Training stehen. Außer ich.

Morten ging es auch nicht so gut heute, hatte Magenprobleme, und so radelten wir dann ruhig zurück. Ruhig ist nach so einem Tempotraining dann 25 km/h, wo glaub zu stehen und nicht zu fahren. Am Ende legten wir dann in gerade mal 1:54 (h:m) gute 54 km zurück. Ob ich der Gruppe nochmal beiwohne oder nicht, werde ich sehen. Lust habe ich schon, auch wenn ich nicht das gleiche Ziel hab wie die Trainingsgruppe: Das Radrennen Trondheim – Oslo (540 km) in 15 h fahren, also auf die gesamte Strecke im Schnitt 36 km pro Stunde und damit versuchen werden mit um den Sieg zu fahren.

Aber es macht schon Spaß und ist was total Anderes. Es ist Sport, relativ hart sogar. Man muss voll konzentriert sein. Der Abstand zwischen den Rädern ist minimal, wenn einer stürzt krachen alle hin. Bei dem Tempo tut´s bestimmt weh. Von der Landschaft sieht man nichts. Ich zumindest. Keine Zeit um nach links oder rechts zu blicken. Keine Zeit ein Gefühl zu bekommen, wo man eigentlich entlang fährt. Einzig den Wind spürt man, spätestens wenn man vorn angekommen ist und sich freut wenn sich wieder eine vor einen setzt. Trotzdem: schön, vor allem hinterher wenn man unter der Dusche steht und man seinen Körper spürt.