7. September 2006,

Tag 17: Angelfieber.

[inspic=85,left,fullscreen,200]Mein Gott, das ist ein Stress. Man kommt kaum noch zum Bloggen. Der Tag ist bestimmt durch drei Dinge: Arbeiten, Möbel aufbauen bzw. aufbauen lassen ;) und sich mit unserem Besuch zum Thema Angeln auszulassen. Jaja, so schnell wird man zum typisch Deutschen Norwegenurlauber. Doch angfangen hat das alles vor zwei Tagen. (Fotogallery)

Uwe, einer unserer Gäste, hatte ein bissl Angelschnur, Haken und Blei mit. Angeln, unbedingt mal Angeln gehen. Sonst eher nicht der Angler, aber in Norwegen muss da mal sein. Einfach mal ausprobieren. Dienstag gab es dann einen Ausflug auf´s Land, genauer auf die Insel Mosterøy, nördlich von Stavanger. Ich war ja Arbeiten und konnte dem Ausflug also nicht beiwohnen. Man besuchte zuerst ein Kloster, für das man 40 Kronen Eintritt zahlte um sich dann vor verschlossenen Türen wiederzufinden. Nein, drei Zimmer sollen offen gewesen sein.

Danach ging es noch ans Meer. Ein paar Bretter um die Angelschnur aufzuwickeln, ein bissl Styropor als Schwimmer und die Muscheln mussten als Köder herhalten. An die Felsen gestellt und los ging es. Innerhalb von 2 Stunden wurden 5 wunderschöne Fische gefangen. Und das mit den einfachsten Mitteln, ohne Hightech-Angel für 2000 Kronen! Mit einfachsten Mitteln wurden vier Barsche und wahrscheinlich eine Makrele aus dem Wasser gezogen.

Und damit begann das Angelfieber. Das Ausnehmen der Fische war ein bissl eklig. In der Werkhalle unter unserer Wohnung gab es sowas wie Aufenthaltsräume die derzeit nicht genutzt werden. Schnell war das Waschbecken geschrubbt und die Schlachterbank war fertig. Uwe, der “Fischerfreak” und Christian kümmerten sich im Wesentlichen um das Ausnehmen und Entschuppen. Berna und Julia später um das Braten.

Es war ein herrliches Abendessen: Fangfischer Frisch, zart, bis auf einen Fang ließen sich die Gräten einfach entfernen und es schmeckte fantastisch! Alles sprach nur noch vom Fischen und am Mittwoch wurde stundenlang das Angelregal im Supermarkt gecheckt und weitere Ausrüstung sich zugelegt.

Heute, zwei Tage später sollt es wiederholt werden. Auf Rennesøy, eine Inseln weiter als die vom Dienstag, sollte Ziel werden. Ein Kollege wohnt auf der Insel und ich hatte ihn nach einem Bootsverleih gefragt. Angerufen, Boot klar gemacht und um dem Schauspiel noch beiwohnen zu können, heute eher auf Arbeit Feierabend gemacht.

Die anderen waren schon eher da, Anja holte ich in Stavanger ab. Sie hatte sich via Blindbewerbung beim Franszösisch-Norwegischen Kulturinstitut in Stavanger beworben und sollte heute mal vorbei kommen. Ein Job ist nicht rausgesprungen, aber man kennt sie jetzt dort, der Chef schien von den Bewerbungen sehr angetan zu sein und wenn jemand ausfällt, ruft man sie an. Ich finde da ein ganz prima Ergebnis!

[inspic=103,right,fullscreen,200]Gegen halb Fünf waren wir dann auch vor Ort. Eine schöne Insel und die AngelerInnen kamen gerade mit dem Boot wieder rein. Ein dicker Fisch hing an der Angel: Uwe. Er hatte sich den Haken beim ersten Auswerfen so tief in den Finger gerammt, dass er ihn selbst nicht mehr heraus bebekommen hat. Also war nicht´s aus dem Angeln und frischen Fisch heute geworden, sondern vielmehr das Aufsuchen eines Arztes getestet. Wie das ausging werd ich noch berichten, da Anja und ich dann nochmal zu IKEA sind, die “letzten” Möbel holen. Zumindest wurde der Arzt gerufen, ein Inselarzt der irgendwann “… in zwei Stunden …” kommen soll. Bin gespannt wie es ausging!

Update (Freitag, 8. Sept. 2006):
Nicht zwei, sondern drei Stunden haben sie auf die Ärztin warten müssen. Es war die Inselärztin und erzählte, im Sommer entfernt sich Angelhaken aus Fingern und anderen Körperteilen täglich mehrfach. Vier Spritzen jagte sie Uwe in den Finger, schob den Haken durch die Haut ganz durch bis der Widerhaken rausschaute, knipste den ab und dann konnte der Haken wieder rausgezogen werden. Die Widerhaken funktionieren echt prächtig! Das ganze kostete 390 Kronen, ein erträglicher Preis, finde ich. Meine Zugschlaf war damals teurer gewesen.