Es kommt immer anders als man denkt…

15. March 2006

Man sollte eben nicht schreiben was man “Morgen” vorhat, dann kommt es immer anders als man denkt. Heute durfte ich die etwas kuehle und zurueckhaltende Art der Nordeuropäer kennenlernen. In Norwegen blieb mir diese nachgesagte Art bisher immer verborgen.

Aus dem geplanten Bus zur Mittagszeit wurde der Jeep der Gastmutter um 5.45 Uhr. Jaja, ich durfte nicht allein im Haus bleiben waehrend alle anderen zur Arbeit sind. Ja, auch ich hatte Teil am alltaeglichen Leben hier oben im kalten Norden, stand artig um 5 Uhr auf und bin seit 7.30 Uhr im aufregenden Turku ;). Wir haben lange gerätselt warum, wieso, weshalb und bisher liegt das Geheimnis noch tief umhuellt.

Unsicher bin ich mir in der Frage, ob ich diese Verhaltensweise zum Thema “Interkultureller Dialog” packen soll. Wollten sie mir etwas Gutes tun? Wollten sie mir zeigen wie hart das Leben hier ist, teilhaben lassen daran. Ja quasi Teilen nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid? Oder fuerchten sie um den leckeren suessen Senf im Kuehlschrank? Vielleicht waere es ja auch die Gelegenheit gewesen mir endlich einen Hund zuzulegen: Max, die deutsche Dogge welche mich mit so liebevollen Augen vollsabert, hätte ich mitnehmen können? Ich weiss es nicht und, werd es vielleicht auch nie wissen. Und, egal ist ja auch (obwohl ich vorhin im Café mich von der Sitzbank ins warme Bett träumte).

Also hab ich mir in Turku ein Café gesucht, zwei Kaffee, ein Chiabata und ein Blätterteiggebäck geleistet und dabei ausgiebig in Janas Reisefuehrer geschmöckert. Auf jeden Fall konnte ich so erleben, wie es ist, wenn eine finnische Kleinstadt erwacht: nicht anders als bei uns. Oder doch nicht? Ich gebe zu, in Leipzig eher selten morgens im Café zu sitzen, aber hier gehen doch viele Leute auf nen Kaffee und ein paar Seiten Zeitungslektuere in ein Café. Jung und alt, schick gekleidet, Bauarbeiter oder offensichtlich Obdachlos. Alle treffen sich um an getrennten Tischen einen Kaffee zu sich zu nehmen. Die Stille und Weite der Schärenlandschaft bleibt so auch hier spuerbar.

Naja, und nun hab die Bibo aufgesucht. Hier in Turku scheint die Sonne, der Himmel ist blau und ich werd mich noch ein bissl auf Fotosafari machen. Ausserdem schau ich mal in die Buchhandlung. Vielleicht gibt´s ja ne norwegische Tageszeitung hier. Klingt erstmal recht ungewoehnlich, ist es aber vielleicht nicht. Grund koennte sein dass hier im Suedwesten von Finnland sehr sehr sehr viel schwedisch gesprochen wird, Beschilderungen in zwei Sprachen zu finden sind und norwegisch und finnisch nicht soooweit auseinander liegen.

p.s.: Mir fällt gerade auf, so ne Ueberschrift hatte ich doch schonmal.

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ich Ich bin Webdesigner und wohn zusammen mit meiner besseren Hälfte Anja in Norwegen. In diesem Blog berichte ich über persönliche Erlebnisse und Dinge aus dem Alltag in Norwegen.

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