9. December 2005,

Gänseblümchen pflücken

“Macht kaputt was Euch kaputt macht”, “Feuer und Flamme fürs Schulgebäude” oder “Tötet Mrs. xy” waren meine ersten Headlines. Doch so langsam werde ich wieder zahm und ich wende mich ab von meinen emotionalen, radikalen Tönen!
Oh mein Gott war das eine beschissene Woche. Spätestens ab Mittwoch. Obwohl, es ging am Montag schon doof los, schließlich war Montag und das Wochenende vorbei. Doch da hatte mich eine klitzekleine Erkältung dahingerafft und dazugebracht (Reimschleim), nen Tag lieber zu Hause zu verbringen. Quasi sich endlich mal die Ruhe zu gönnen die dran ist.

Am Dienstag gings dann wieder in die Schule. Als wir dann irgendwie mal dummerweise glücklicherweise auf die Idee kamen, nen Leerkörper bezüglich unseres Schulprojeks anzuschwatzen, stellen man gemeinsam fest in unserer Mappe fehlt noch ein Fetzen Papier. Es war zwar schon ein ganzes Paket verarbeitet, aber ein Stück fehlte noch. Abgabetermin: morgen. Also war klar was der Nachmittag brachte, Arbeit. Abends ging dann zum Kinotag ins, ja was, Kino. SAINT RALPH stand auf dem Programm. Schöner, netter, phantasievoller Streifen der zum Träumen und Glauben ans Unmögliche einlädt.

Den am Tag zuvor mit schlauen Sätzen gefüllten Zettel im Rucksack gings ab in die “Kaderschmiede BSZ 6″ und damit begann der Höhepunkt der Woche. Er fiel zwar auch rein zufällig mit dem mittelsten Tag einer typischen Arbeitswoche zusammen, der Anlass übertrumpfte aber das fällige Bergfest um Längen. Projektmappe sollte bewertet werden. Wir hatten uns in den letzten Monate dafür echt den Arsch aufgerissen, viel mehr gemacht als nötig und sicherlich auch Dinge gewagt die unüblich sind. So erdreistenten wir uns, nicht einen handelsüblichen A4-Hefter abzugeben wo alles in Folien gepackt wird. Nein, wir wichen vom Standard ab, bauten eine Kiste (oder auch Gedankenbox) und schraubten darin unsere Ergüsse ein. Aber das alles war irgendwie zu Hipp für die Kaderschmiede und blitzen damit ziemlich ab. 0815, Standard, Gleichschritt, Mitschwimmen – das ist der Leitgedanke der Kaderschmiede. Wenn wir wenigstens ne fundierte Besprechung bekommen hätten, wäre vielleicht so einiges Nachvollziehbar gewesen. Doch wir sollten uns nur eine Lektion abholen. Die Note – eine zwei – wurde gleich am Anfang gesagt und dann wurde und vorgeworfen was alles nicht gefällt. Gefällt? Moment! Lässt sich über Geschmack streiten? Lässt sich Geschmack bewerten? Ich finde ja nicht, aber die Meister unserer Kaderschmiede schon. Naja, da uns nochmal deutlich gemacht wurde dass Engagement, Ideen und Kreativtät nicht erwünscht sind, war unsere Motivation für das Projekt erstmal auf dem Nullpunkt.

Der Donnerstag, huch das war ja gestern, ist eigentlich mein Schwimmtag. Mein Bock drauf hielt sich in Grenze, war noch ein bissl hüstelnd und lies somit Eva im Stich. Zum Abschalten ging ich dann doch lieber ins Kino. Gleich um die Ecke, nur einen kurzen Fussmarsch von 20 Minuten, gibts die Schauburg. Kinogenuß für 1,50 EUR die Woche über und dienstags zum Kinotag für 99 Cent. Die Filme sind irgendwie 13 Wochen alt, aber immer noch frisch und knackig. Also hin und für Einsfünzig An Deiner Schulter angeschaut. Netter Film, schön anzusehen, nicht aufregend, einfach nur nett – aber das reicht ja auch. Nun gut, danach musste ich mir irgendwie nochmal Englisch anschauen.

Am Freitag sollte mal wieder ein netter Englisch-Test dran sein und ich als kleines Sprachgenie freu mich da immer besonders drauf. Wie immer kalkuliere ich ins Lernpensum die Pausen und Minuten direkt vor dem Test mit ein. In der Ersten Stunde merkte ich dann, dass wohl schon gestern am Vertretungsplan angeschlagen stand, heute Englisch von der Fünften auf die Zweite vorverlegt. Schwupps nochmal was anschauen. Anschauen. Anschauen. Such. Einfall. Mist, das Zeugs liegt noch dort wo ich es gestern kurz vor dem Einschlafen abglegt habe. Also entspannen, Überraschen lassen und feststellen, Lernen war eh unnütz. War ziemlich viel zu tun, nen langen Text lesen in ungefähr ner 5 Punkt – Schrift, verteilt auf eine Seite und dann die 14 Fragen auf der Rückseite beantworten. Jedoch nicht auf dem Zettel, der musste in seiner Jungfreulichkeit wieder zurück. Ergo auch keine Textpassagen anstreichen oder gar Vokabeln übersetzen und draufkritzeln. Doch dazu fehlte eh die Zeit weil es noch 150 Wörter zum Thema Werbung zu schreiben galt. Also auch dazu noch was hingesaut, zweimal lesen viel aus, war froh noch das letzte Wort platzieren zu können und weg damit.

Weg war ich danach auch für heute aus der Schule. Bin schon aufs Wochenende gespannt und auf nächste Woche. Erstmal die letzte Schulwoche für dieses Jahr, Ende Januar gibts den nächsten Schulblock.